Die Firmengeschichte - 1920 bis 1949

Die Entstehung der Spedition Jüchter in Norden und auf Juist.

1920 - Wie alles began

Die Firmengeschichte der Firma Jüchter beginnt im Jahr 1920 in der Große Mühlenstraße 49 in der Hafenstadt Norden. Gegründet wurde die Firma seinerzeit von Johann Jüchter, geboren im Jahr 1896. Zu Anfang standen 2 Pferdegespanne zur Verfügung, mit denen im Altkreis Norden jegliche Arten von Baumaterial befördert wurden. Später wurde in der Erntezeit auch Getreide transportiert. Im Jahr 1930 kam zusätzlich der Viehtransport mit Pferden hinzu. Hierbei wurde das Vieh von den Höfen zum Verladebahnhof in Norden transportiert.
 

Die zweite Generation

Direkt nach seiner Schulausbildung stieg Sohn Wilhelm (Willi) Jüchter (auf dem Bild rechts), geboren am 26.02.1920, mit in den elterlichen Betrieb ein. 1938 folgte auch der Sohn Hinrich Abbo (Heini), welcher am 17.04.1924 geboren wurde, in den elterlichen Betrieb. Das Geschäft vergrößerte sich ständig und so konnten nunmehr 15 Pferde gezählt werden. Um die kontinuierlich steigenden Arbeiten termingerecht ausführen zu können, stellte Johann Jüchter weitere Mitarbeiter ein.
 

Die Spedition in Kriegszeiten

Da auch vor der Küstenstadt die Industrialisierung keinen halt machte, wurden 1936 die ersten Lastkraftwagen für den Viehtransport angeschafft. Kurz vor Kriegsbeginn wurden die Fahrzeuge dann vom Militär eingezogen. Das hatte zur Folge, dass wieder ausschließlich mit Pferden gearbeitet werden musste. Am 26. August 1939 wurde Sohn Wilhelm (Willi) Jüchter zu einer „mehrwöchigen“ Übung vom Militär eingezogen, von der er erst im April 1945 zurückkehrte. Auch Hinrich Abbo (Heini) Jüchter wurde am 26. Oktober 1942 von der Wehrmacht einberufen. Am 08. August 1943 wurde er in Russland so schwer verletzt, dass er am 23.04.1945 aufgrund seiner schweren Verletzungen aus dem Militärdienst entlassen wurde. Daraufhin nahm er direkt wieder die Arbeit im elterlichen Betrieb auf. Nur ein Jahr später lernte er Hildegard Schwing (Bild rechts) aus Wattenscheid kennen und lieben und trat mit ihr am 28.02.1948 vor den Traualtar.
 

1947 - auf Juist

Eine große Veränderung für die Firma Jüchter trat im Winter 1946/47 ein. Durch die anhaltende Kälte und die Eisschollen wurden am 17.03.1947 der Juister Fähranleger und die Gleisanlage vollkommen zerstört. Die Schiffe konnten nicht mehr anlegen und Personen sowie Lebensmittel nicht mehr von Bord gebracht werden.
 
Aus diesem Grund trat die AG Reederei Norden Frisia an die Firma Jüchter heran und beauftragte sie mit der Sicherstellung der Inselversorgung. So entwickelte sich ein neues Standbein für die Firma Jüchter auf Juist. Da diese Leistung nicht mehr vom Festland aus betrieben werden konnte, kam Johann Jüchter mit Sohn Wilhelm (Willi) und dessen Frau Meta auf die Insel und wohnte bei Familie Extra. Gleichzeitig wurde ein Stall bei Hilde Saathoff angemietet, damit die acht benötigten Pferde untergestellt werden konnten.
 

Rückkehr nach Norden

Nachdem durch die Reederei eine Wohnung gestellt wurde, entschloss sich der damalige Firmenchef Johann Jüchter mit Frau Albine (Bild links) und Sohn Wilhelm (Willi) mit Frau Meta, in den Betrieb nach Norden zurückzukehren.
Im Zuge dessen kamen Hinrich Abbo (Heini) Jüchter mit seiner Frau Hildegard (Bild unten) nach Juist, um den Betrieb weiterzuführen.
 
 

Die ersten Jahre auf Juist

Fort an war es Aufgabe des Betriebes, die Menschen und Waren von den auf Rede liegenden Schiffen mit hochrädrigen Wagen durch das Watt an Land zu bringen.
 
 
 
Dieses Vorhaben war oftmals durch den sehr matschigen und schlammigen Wattboden nicht ganz einfach und ungefährlich für Mensch und Tier. Im Mai 1949 wurde dann der neue, aus Stahlspundwänden bestehende Brückenkopf des Fähranlegers in Betrieb genommen.
 
Von diesem Zeitpunkt an konnte die Inselbahn wieder wie gewohnt ihren Betrieb aufnehmen. In der Zwischenzeit wurde ein behelfsmäßiger Anleger aus einer ausgedienten Schutte errichtet und die Gleisanlagen wieder installiert.